Wer ist schuld?

Viele engagieren sich für die Umwelt, für die Tiere oder für die Menschen. Manche von ihnen sind in einem Bereich sehr aktiv, zeigen aber für die anderen nahezu kein Verständnis. Viele aktive Menschen, sind aber auch sehr schnell dabei, andere zu verurteilen. So ist für die einen der Betreiber eines Schlachthofs das personifizierte Böse, für andere die Firmenleitung eines Hygienepapier-Herstellers und für wieder andere sind es Konzerne, die in „Billiglohnländern“ produzieren lassen.

Und ja, all die sind sicher an bestimmten Missständen schuld – oder haben zumindest die Möglichkeit vorhandene Missstände abzustellen. Aber sind die wirklich „das Böse“? Machen die all diese Dinge, weil sie Lust daran haben?

Heute Morgen hatte ich ein kurzes Gespräch mit einem Landwirt.

ich: „Naja, die brutalsten in der ganzen Kette der „Fleischproduktion“ sind sicher die Tierhändler, die haben keinen Bezug mehr zu den Lebewesen und behandeln die wie Gegenstände.“

Landwirt: „Innerhalb der Produktionskette mag das stimmen, aber die brutalsten überhaupt sind die Konsumenten.“

Es ist definitiv ein Verbrechen, den Regenwald kahl zu schlagen, es ist absolut verwerflich Menschen für Hungerlöhne 13 Stunden pro Tag in eine Näherei zu stecken und es ist ethisch in keiner Weise zu rechtfertigen, Tiere in quälerische Haltungen zu pferchen und zu töten.

Was aber ist mit dem Wegsehen? Mit dem „Trotzdem kaufen“? Mit all der Ignoranz, mit der die meisten Menschen weder auf die Herkunft, die Umstände der Herstellung, die Umweltverträglichkeit oder auf die Nachhaltigkeit, noch auf ihren tatsächlichen Bedarf achten? Mit der Bequemlichkeit, sich mehr oder weniger bewusst von „Gütesiegeln“ und Werbeversprechungen blenden zu lassen?

Mich beschleicht immer wieder das Gefühl, dass die herzlosesten und brutalsten nicht die sind, die kahlschlagen, ausbeuten und töten, sondern die Konsumierenden, die mit ihrer blinden Konsumgeilheit jedes beworbene Produkt kaufen, Hauptsache es ist billig genug, und damit all diese brutalen Vorgehensweisen fordern und finanzieren.

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